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Jerusalem Tag 1

Dies ist der erste ausführliche Teil über vier Tage in denen ich ohne Reisegruppe durch Israel toure. Der Rest kommt im laufe der nächsten Tage – bin viel zu fertig um jetzt was zu schreiben. Namen sind anonymisiert und machen Teile weggelassen


12:59 h wir kommen an der Central Station Tel Aviv an, 5 Minuten zu spät was bedeutet, wir müssen zwei Stunden auf den Zug nach Jerusalem warten. Wir nehmen den (vollklimatisierten und im besten Zustand befindlichen) Zug obwohl er etwa eine Stunde länger braucht (1:45) als der Bus, weil man uns gesagt hat, dass die Aussicht herrlich sei und wir unbedingt fahren müssten. Dem war auch so nach ca. 35 Minuten ist man aus der urbanen Umgebung raus und fährt, vorbei an Olivenbäumen in mal mehr mal weniger karg bewachsene Schluchten. Die Aussicht ist prächtig und unerwartet, waren wir doch bisher nur an der Küste und haben keine Berge erwartet. Zwischen den Hügeln tauchen immer wieder kleinere Ortschaften, verwachsen in den Berghängen auf. Die kleinen weißen Häuser machen den Eindruck einer gewissen Verschalfenheit, zwischen ihnen liegen einzelne Pfade von den man teilweise glaubt, sie seien seit Monaten nicht befahren worden (Ich habe den Entschluss gefasst, irgendwann für eine Mountain-Bike Tour zurück zu kommen), vereinzelt sieht man Bauern bei der Arbeit. Die 36 NIS (ca. 7.50 Euro) für Hin- und Rückfahrt waren gut investiert! Die Ankunft ist weniger spektakulär, der Bahnhof von Jerusalem stillt überhaupt nicht die Erwartungen die man an -das Jerusalem- stellt. Wahrscheinlich weil auch wenige Touristen wirklich die Zugreise auf sich nehmen ist der Bahnhof sehr klein. Anstatt geschichtsträchtiger Mauern sieht man ein Baseballstadion und eine riesige Shopping-Mall. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten und einen Abstecher in die Mall von Mister_J um sich ein passendes Hemd zu kaufen, damit er an der Klagemauer und anderen Sehenswürdigkeiten nicht rüpelhaft erscheint, finden wir Bus Nr. 6 der uns zur „Central Busstation“ Jerusalem bringt. Die Fahrt geht schnell und kostet 5.80 (bisschen mehr als 1 Euro). Von da aus geht es mit der Nummer 1 zur „Western Wall“, der Klagemauer. Der Bus fährt zum Teil durch das orthodoxe Viertel von Jerusalem, was für sich ein kleine Sehenswürdigkeit ist, jeder Mann trägt Anzug und Hut, ein Anblick an den man sich schnell gewöhnt und dennoch fühlt man sich im ersten Augenblick ein wenig in die Anfänge des letzten Jahrhunderts versetzt. Nungut der Bus fährt vorbei an dem Tempelberg direkt vor einem Tor zur Klagemauer, davor lungern ca 20 IDF Soldatinnen die wohl gerade nicht im Dienst sind, denn 100 Meter weiter stehen zwei bis an die Zähne bewaffnete Wachleute, einer in Blau eine in Grün gekleidet, scherzen aber wenn man sie fotografieren möchte klauen sie einem die Kamera ;) . Nach einer sehr laschen Sicherheitskontrolle ist man schon an der Klagemauer die absolut nicht auffällt.
Ich muss zugeben, dass ich sie mir größer vorgestellt habe. Der getrennte Bereich für die Frauen wirkt zudem wie ein Touri-Mekka. Die obligatorischen Fotos wurden gemacht alles angeguckt und die Mauer sogar berührt, ein Hauch von Geschichte – Juhu. Dann weiter durch einen Tunnel in den arabischen Teil zur al Aqsa Moschee, die ist leider nicht mehr für Besucher zugänglich, dafür gibt es aber trotzdem dicke Sicherheitskontrollen. Der Weg durch die Altstadt gleicht einer riesen Mall, jeder will einem irgendwelches Zeug andrehen, es lässt sich nur erahnen, dass das hier DAS Jerusalem sein soll. Nunja nach dem Durchkämpfen durch die Altstadt kommen wir im arabischen Teil von Jerusalem an. Es sieht genau so aus wie aus den Dokumentationen aus der Türkei oder ähnlichen Teilen der Welt kennt. Es ist mittlerweile 18:45 h Ortszeit, wir sollten um 18 Uhr unseren Kontakt in Jerusalem anrufen um festzustellen wo wir hin müssen und wie wir dahin kommen sollten. Der erste Anruf an einer Telefonzelle direkt vor einem arabischen Handy-Stand brachte kein Erfolg, könnte daran gelegen haben, dass die Telefonleitung mitten auf der Straße lag und das Kabel offensichtlich nicht eingesteckt war. Die nächsten zwei Versuche lassen mich mit einer automatischen Stimme reden von der ich glaube, dass es eine Mailbox sein soll. Bei der zweiten Nummer das gleiche. Leicht verzweifelt stehen wir in Ost Jerusalem als von hinten eine Stimme auf deutsch kommt und sagt: „Wollt ihr vielleicht telefonieren“. Und uns wird ein Handy gereicht, bei den Telefonzellen kann man ja nicht sicher sein woran es gelegen hat, dass man keinen Kontakt bekommen hat. Aber das gleiche: Mailbox. Es folgt ein Dialog ungefähr wiedergegeben:
„Wohin wollt ihr denn“
„Wissen wir nicht wirklich, wissen auch nicht wie wir S. Jetzt erreichen sollen“
„S? Welcher S?, der von ASF?“
„Jo genau der“
„Ahh ich penn Heute auch bei jemanden von ASF, wenn wir die gleichen meinen, müsst ihr da und da hin, dann sind das Zimmernachbarn“
Ich notiere die Adresse, besser Wegbeschreibung, „runter nach En Karem wenn ihr mit dem Bus am >>Aqua< < vorbei seid ists zu weit, da müsst ihr an eine blaue Tür klopfen" ein wenig kurios ist die ganze Sache schon. Die Wege vom unheimlichen Fremden und uns trennen sich – er streift ein wenig durch die Gegend, wir essen Falafeln für 6 NIS (ca. 1,25 Euro) und suchen ein Taxi. Die Angebote reichen von 50-85 NIS für einen Weg der insgesamt 20 Minuten mit dem Taxi dauert. In En Karem angekommen (der Ortsteil von Jerusalem wo wir nächtigen sollten) suchen wir die Übernachtungsstelle. Nach ein wenig hin und her finden wir „die blaue Tür“ mit Aufklebern behangen an der wir klopfen sollten. S. öffnet ! Wir sind erleichtert und ein wenig verwirrt weil wir uns fragen warum er nicht an sein gottverdammtes Handy gehen kann. Nunja wir sind da. Die Wohnung ist viel größer als erwartet. Das ganze Haus ist ASF von der Stadt zur Verfügung gestellt worden und hat riesen Zimmer. Unten wohnen zwei Freiwillige oben mindestens eine. Die beiden Lebensbereiche sind äußerlich deutlich voneinander getrennt ;) Wir hausen im rustikaleren Teil. Es gibt eine kleine privat-Besichtigung von En Karem, En Karem ist der Ort, an dem Johannes der Täufer geboren sein soll. Oben (Ja Jerusalem ist um ein vielfaches bergiger als man es sich vorstellt), eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt liegt Yad Vashem, daneben der Herzel-Berg und der Jerusalem Wald. Das ganze ist wiedermal ein wunderschöner Ausblick. Nach der Besichtigung gibt’s ein kostenloses Eisauschlecken von der örtlichen Eisdiele die gerade schließt. Zudem treffen wir den zweiten nicht-an-sein-Handy-geher (Mr.J) wieder. Im Kiosk holen wir uns die Abendverpflegung und Quatschen uns in den Abend. Mr.J erzählt mir, dass er heute mit der auch im Haus wohnenden Freiwilligen und deren Bruder und Vater durch Israel getravelt ist und Morgen richtung Golan ganz vielleicht ein Platz frei wäre. Er fragt freundlicher Weise für mich nach und unsere kleine Reisegruppe stellt sich auf die Trennung ein. Ich werde am nächsten Tag Richtung Golan Höhen ziehen und dort so einiges erleben.
Das aber Morgen:)

M.


5 Antworten auf „Jerusalem Tag 1“


  1. 1 S 08. Juli 2009 um 21:17 Uhr

    nein das haus ist nicht von asf angemietet, sie haben es von der stadt „zur verfügung“ gestellt bekommen. irgendeine symbolische bezahlung soll es gegeben haben, das ist alles.

  2. 2 Ziehu 08. Juli 2009 um 23:23 Uhr

    Hi traveller
    ich weiß, ich bin nicht ganz doof, aber was bedeutet ASF? Ziehu

  3. 3 m. 09. Juli 2009 um 2:09 Uhr

    hab voll vercheckt mich per blog nochmal zu bedanken :) kommt die tage noch °!

  4. 4 Ziehu 09. Juli 2009 um 19:04 Uhr

    Hello Mister

    diesen Bericht fand ich sehr gut. Der Inhalt brachte etwas vom Anderen rüber. ich wusste nicht, dass es dort so klein ist.
    Wir sind sehr gespannt auf eure Fotos…
    Vielleicht macht ihr eine „große“ Show draus, z.b. Im xxx.

    Jedenfalls: Seid herzlich gegrüßt und noch ne schöne Reise.

    Mikeschbert&Ziehu

  5. 5 Shyanne 10. März 2011 um 23:57 Uhr

    Jerusalem tag 1.. I like it :)

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