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Hebron Falafel 2 NIS « patriotact

Hebron Falafel 2 NIS

Und der dritte Teil (einer kommt noch).

Wer jetzt aber glaubt, dass wir nach der Pizza friedlich einschlafen sind irrt. Das Haus hat eine wunderschöne Dachterrasse auf der wir, ich, Mr J. und Mrs. K uns traffen und eine kurze Dokumentation von „Breaking the Silence“ sahen. Breaking the Silence ist eine Organisation von ehemaligen Soldaten und Soldatinnen welche in den Siedlung Hebron stationiert waren und nun, nach dem Ableisten des 3 Jährigen Grundwehrdienstes (2 Jahre für Frauen) verweigern, heißt ihren Militärdienst den sie einen ca. Monat pro Jahr ableiten müssen nicht antreten. (Gesamtverweigerer gab es dieses Jahr nur 8 habe ich mir sagen lassen, darüber hinaus noch die, die aus religösen Gründen nicht zur Arnee müssen). Die Organisation soll nicht ganz so kosher sein – aber man muss sich ja beide Seiten anhören! Hebron ist eine arabische Stadt in der Westbank welche durch jüdische (und nicht sekuläre) Siedler besiedelt wurde, und dies in einer sehr fanatischen und Art und Weise…(habe ich mir ebenfalls sagen lassen). Der Film zeigt sehr beeindruckend, wie es in den Siedlungen zugeht, u.a. kommentieren die SoldatInnen, die den Auftrag hatten die Siedler vor der arabischen Bevölkerung zu schützen, wie sich dies ins Gegenteil verkehrt (gerade am Shabbat- paradoxer Weise) und wie junge SoldatInnen die Situation bewältigen. Wie gesagt der Film war sehr bewegend, zwar war vorher schon klar, dass Siedlungspolitk nicht so dolle ist aber war es bisher doch immer nur ein Thema am Diskussionstisch und ging in der Gesamtheit der Diskussion über Zionismus und das Recht auf einen israelischen Staat unter. Jedenfalls fällten Mr. J und ich den Beschluss, gegen meine Pläne am nächsten Tag zurück nach Tel Aviv zu reisen Hebron zu besuchen. Leider hatten wir die „Breaking the Silence“ Tour um zwei Tage verpasst und mussten daher auf eigene Faust los. Mr. M (der mit dem Handy)( hat übrings einen eigenen Blog: http://www.volunteerisrael.wordpress.com/ ) gab mir noch ein paar Reisetipps. Nach kurzem Schlaf und den Rest der Magaritha als Frühstück gings vom CBS (Central Bus Station) Jerusalem für 8.80 NIS (ca 1.50 Euro) nach Hebron. Die Fahrt mit einem normalen Reisebus durch Ostjerusalem über die Westbank nach Hebron. Der Weg verläuft wieder an Landschaften die den Golan Höhen in nichts nachstehen. Es ist wirklich cool und grün. Leider total verdreckt, überall liegt Müll, meistens Plastikflaschen und Bauschutt. Aber ab 25 Meter weg von der Straße liegen Felder, Plantage und grüne Landschaften. Insgesamt sind wir 90 Minuten unterwegs. Die Fahrt ist ein Wechselspiel, es geht von der Westbank immer wieder in einzelne Siedlungen wo die Haltestellen für diese Busline 160 liegt. Begrüßt werden wir in Hebron von einem Soldaten mit Maschinengewehr im Anschlag und noch drei andere Waffen am Körper.

- der gleiche Soldat bei der Abfahrt -

Erster Satz: „Are you jewish?“. Es kommen nicht viele Touristen nach Hebron. Als erstes sehen wir eine alte „Burg“ mit langer Geschichte, kurz gesagt handelt es sich um das Grab Abrahams (ja der Abraham) die über die Jahrtausende viele verschiedene Besitzer hatte und in verschiedenen Gotteshäuser umgewandelt wurde. Heute ist die eine Hälfte eine Moschee, die andere eine Synagoge. Beide Teile sind extremst von einander getrennt. Komplette Sicherheitskontrollen von oben bis unten und der Frage nach Konfession (Juden düfen nicht in die Moschee und Muslime nicht in die Synagoge). Überall ist Militär und kurzeitig glaubten wir die Armee beziehe Stellung nachdem eine Formation von SoldatInnen an einer Mauer ihre Maschienengewehre auf Passanten richtete.

Weder die Synagoge noch die Moschee noch die Stadt sind beeindruckend. Einzig die starken Kontraste. Wenn man es geschafft hat in den arabischen Teil zu kommen, merkt man den Unterschied zwischen eine Stadt die ca 50/50 geteilt ist und in der 500 Siedler gegenüber 150000 arabische Bewohner stehen. Ist schon mehr Leben, aber gleichzeitig ziemlich nervig von jedem Menschen angeschnorrt zu werden irgendwelchen Scheiß zu kaufen und das auch extremst penetrant. Und wegen den hygenischen Verhältnissen traue ich mich auch nicht eine „Hebron Falafel“ für 2 NIS (0.40 Euro) zu verzehren. Zwei Jugendliche zeigen uns ein Haus welches vor 2 Monaten von Siedlern am Shabbat angezündet worden sein soll. Am Shabbat kommen, habe ich mir ebenfalls sagen lassen, die Radikalen Siedler aus der Umgebung nach Hebron um den Aufstand zu üben. Auf dem Dach der Privatwohung angekommen SCHOCK. Wir stehen auf dem Dach direkt vor uns ein Checkpoint und NATO-Drath. Von den Bergen rund herum stehen 5 Militärbasen und wir können uns sicher sein, dass gerade in diesem Moment SoldatInnen durch ein Scharfschützengewehr auf uns geziehlt wird.

Auch hier kommen, sobald ich zurück in Deutschland bin die Bilder die mehr sagen. Die Stadt selber ist wie gesagt langweilig, auf dem Weg durch den israelischen Teil drehen wir um weil wirklich alles zu ist. Mr. M hatte uns gesagt, dass es im israelischen Teil nur 10 bewohnte Häuser gibt- jetzt glauben wir das auch…

Wir warten insgesamt zwei Stunden auf dem Bus, so sekundengenau die Busse in der Stadt kommen so unberechenbar sind die Fahrten in der Westbank. Wir treffen auf eine jüdische Amerikanerin welche gerade ihre Abschlussarbeit über die Siedlungspolitk schreibt und seit einem Jahr für ihre Recherchen in Jerusalem lebt. Das Gespräch ist sehr erfrischend und wir lernen genauso viel über die Siedlungspolitk wie sie über die Bewegung der „Anti-Germans“. Zwar soll an dieser Stelle nur ein Reisebericht stehen und nicht in die Politk abgeschweift werden, aber selbst die Siedlungspolitk die in Hebron sowieso nochmal krasser sein soll (vlt. Weil aus religösen Gründen geführt) schafft es nicht mich von meiner Israelsolidarischen-Postition zu bringen auch wenn ich mir an diesem Tag viele Gedanken gemacht habe- Am nächsten Tag in Yad Vashem konnte ich aber nach der Führung aufricht sagen „Yes, I thinking that I‘am a german Zionist“. Denn die Verrückten Siedler stehen nunmal Verrückten auf arabischer Seite gegenüber – nur das Siedler Panzer im Rücken haben, ich möchte mir aber nicht ausmalen was die andere Seite täte wenn sie diese Machtmittel hätte…Vielleicht sollte man, nachdem man sich seine Meinung geblidet hat einmal in die Position eines Israelis versetzen und dann die Argumente nocheinmal durchgeben, und das gleiche auch für die arabische Seite tun
Ach ist das alles verzwickt und führt an dieser Stelle viel zu weit! Diskussionen gerne ein anderes Mal. Den Abend verbrachte ich in der verdreckten, Basar anmutenden Altstadt von Jerusalem über den es sich nicht zu berichten lohnt weil es eben nur riesen Tourifallen sind. Auch hier kommen die Bilder wenn ich wieder da bin. Bei Mr.S in Jerusalem angekommen trifft um halb 3 Nachts ein weiterer German aus Wuppertal ein (Blog verlinkt). Wie klein die Welt ist.

Morgen kommt noch ein Bericht über Yad Vashem


1 Antwort auf „Hebron Falafel 2 NIS“


  1. 1 ziehu 12. Juli 2009 um 14:55 Uhr

    Hoi
    mit einer wedelnden Belle hinter mir, habe ich den Bericht gelesen. Super. Auch noch das Andere des Anderen aufgesucht und dir selber ein Bild gemacht, dass du prima beschrieben hast. Wir sind beindruckt!

    By the way: wir sind ueber unsere normalen Email-Adressen erreichbar by F.
    Uebrigens: Es regnet und ist kuehl, bah.

    Einen guten Flug wuenschen wir euch und ein schoenes ausschlafen im eigenen Bett.

    Sei umarmt+Kuss auf die linke Wange.
    Alles Liebe und Gute fuer dich und deine Kollegen.

    Emikesch und Ziehu

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